Archiv 26. August 2019

Geldanlage für Kinder

Geldanlage für Kinder

Was ist die beste Geldanlage für Kinder?

Geldanlage für Kinder

Viele Eltern und Großeltern haben den Wunsch für ihre Kinder oder Enkel Geld anzusparen um sie finanziell zu unterstützen. Die Motive einer Geldanlage für Kinder sind vielfältig: der Führerschein, das erste eigene Auto, die Absicherung der Ausbildung oder auch später die eigene Immobilie. Dies kann durch ein einmaliges Geldgeschenk – z.B. zu Weihnachten oder zum Geburtstag – aber auch durch regelmäßiges Ansparen erfolgen.

Soweit so gut – nur wie soll das Geld richtig angelegt werden? Der Klassiker ist das gute alte Sparbuch, für viele steht es sinnbildlich für die erste Geldanlage von Kindern. Nur leider bringt diese Form des Sparens im Nullzinszeitalter (fast) keinen Ertrag mehr. Im Gegenteil, bei der aktuellen Inflationsrate von 1,70% (knapp unter der Zielmarke von 2,00% der Europäischen Zentralbank) verliert das Kapital immer weiter an Wert. Wenn ein Kind zu seiner Geburt EUR 10.000 auf einem Sparbuch geschenkt bekommt, dann beträgt die Kaufkraft dieses Betrages – wir unterstellen eine gleichbleibende Inflationsrate – am 18. Geburtstag nur noch knapp EUR 7.000.

Der Vermögensaufbau mit Aktien ist – wissenschaftlich bewiesen – langfristig die lukrativste Form der Geldanlage für Kinder. Allerdings stellen die Dividendentitel, kurz- aber auch mittelfristig, auch eine Anlageform mit hohen Wertschwankungen dar. Das Deutsche Aktieninstitut zeigt in seinem DAX-Rendite-Dreieck, dass bislang bei langfristigen Aktien-Sparplänen nie Verluste, in den meisten Fällen aber ordentliche Renditen erzielt wurden. Z.B. bei Sparplänen von der Geburt eines Kindes bis zu seinem 18. Geburtstag im schlechtesten Fall (1984 – 2002; 1993 – 2011) immerhin noch 3,8% p.a., im besten Fall (1981 – 1999) sogar 16,3% Wertzuwachs.


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Renditevergleich Geldanlage Kinder

Die Auswahl der Finanzprodukte sollte sorgfältig abgewogen werden

Der Renditevergleich

Fangen Sie so früh wie möglich mit dem Schenken bzw. Sparen an. Neben der Ausnutzung der Schenkungs-Freibeträge profitiert das Kind vom Zinseszinseffekt. In der Berechnung wird unterstellt, dass eben eine Inflationsrate von 2,00% p.a. existiert. Der hierdurch entstehende Kaufkraftverlust ist in den ermittelten Beträgen bereits abgezogen. Außerdem unterscheide ich bei den Produkten zwei Variante von Anlagebeträgen: einmalig EUR 10.000 oder eine jährliche Sparrate von EUR 1.200.

Bitte beachten Sie, dass in dieser Berechnung fiktive Renditen unterstellt werden. Die veranschlagten Zinssätze für Sparbücher und Tagesgeld entsprechen dem Marktstand, bei Gold (1975 – 2018) und Aktien (1969 – 2018) wurden die durchschnittlichen historischen Jahresrenditen veranschlagt. Ergebnisse aus der Vergangenheit können nicht 1:1 in die Zukunft übertragen werden, zeigen jedoch eine Indikation auf. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden evtl. Bankgebühren oder Steuern.

 

Einmal-Anlagen

Hier der Vergleich einer einmaligen Geldanlage von EUR 10.000. In den Spalten des jeweiligen Produkts sehen Sie, wie hoch die reale Kaufkraft nach 1, 3, 5, 10 bzw. 18 Jahren ist.

 SparbuchTagesgeldGoldAktien
Rendite0,01%0,25%3,80%8,90%
Anlagedauer in Jahren
19.801,009.825,0010.180,0010.690,00
39.414,809.484,1310.549,7812.216,12
59.043,829.155,0910.932,9913.960,10
108.179,078.381,5711.953,0219.488,44
186.964,137.277,5613.786,6933.235,23

 

Sparpläne

Und hier die Gegenüberstellung eines Sparplans mit EUR 1.200 p.a. In den Spalten des jeweiligen Produkts sehen Sie, wie hoch die reale Kaufkraft nach 1, 3, 5, 10 bzw. 18 Jahren ist.

 SparbuchTagesgeldGoldAktien
Rendite0,01%0,25%3,80%8,90%
Anlagedauer in Jahren
11.188,061.189,501.210,801.241,40
33.517,373.527,233.676,383.901,42
55.754,895.783,866.231,526.941,19
1010.970,5211.088,8213.032,8416.577,11
1818.298,2618.660,3525.259,2340.537,81

Sie sehen, das wahre Risiko klingt in den nicht oder nur gering verzinsten Produkten. Die Kaufkraft von auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto angelegten Geld schwindet von Jahr zu Jahr mehr. Die vermeintlich risikoreichste Anlage mit Aktien(fonds) schwankt zwar kurzfristig stark im Wert, ist jedoch langfristig eine alternativlos gute Investition in der Geldanlage für Kinder (und natürlich auch Erwachsene), wenn das Kapital kurzfristig nicht benötigt wird!

Wichtig: Sobald Sie feststellen, dass das in Edelmetallen oder Aktien investierte Geld benötigt wird, müssen Sie diesen Betrag auf ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto legen. Für diesen Betrag dürfen Sie – auch bei langfristig höherer Renditeerwartung – kein Risiko von kurzfristigen Kursrückgängen mehr eingehen!


Der Produktvergleich

Hier finden Sie nun eine Übersicht über die gängigsten Anlageformen für Kinder mit ihren Vor- und Nachteilen. Dabei wird sowohl die Renditeerwartung als auch das Produktrisiko vorgestellt. Wir betrachten Sparbücher, Tagesgeld- und Festgeldkonten, Aktien(fonds), Immobilien, Edelmetalle und Bausparverträge. In der Bewertung können Sie nachvollziehen, wie gut das Produkt für die Geldanlage von Kindern geeignet ist (1 Punkte = sehr schlecht; 5 Punkte = sehr gut).

 

ProduktBeschreibungRenditeerwartungRisikoBewertung
SparbuchDer Klassiker unter den Sparprodukten hat ausgedient. Aufgrund des geringen Zinsniveaus lohnt sich die Anlage nicht mehr. Noch dazu ist das Produkt aus Sicht der Banken umständlich von der Handhabung (Ausstellung der Urkunde, Nachtragen der Zinsen). Eine Renaissance des Sparbuchs ist daher nicht zu erwarten. Wenn Sie Geld kurz- und mittelfristig parken möchten sind Tages- und Festgeldprodukte (etwas) attraktiver.In der Regel 0,00% oder geringfügig mehr. Manche Banken gewähren vielleicht noch einen kleinen Obolus. Achtung: Einige Kreditinstitute bieten vermeintlich hohe Zinsen – prüfen Sie hier genau nach! Oft gelten diese Angebot nur für Neukunden, für einen bestimmten (geringen Betrag) oder eine überschaubare Laufzeit.Sie leihen mit dem auf dem Sparbuch angelegten Guthaben der Bank Geld. Wird diese Insolvent greift die Einlagensicherung bei Instituten in der EU bis zu EUR 100.000. Darüber hinaus gehende Beträge werden nur gem. der Konkursquote zurückbezahlt.1 Punkt
TagesgeldTagesgeldkonten werden meistens nur Online geführt. Wie der Name sagt ist diese Form der Geldanlage täglich verfügbar und eignet sich daher gut für kurz- und mittelfristige Anlagen. Wenn absehbar ist, dass Teile des Anlagebetrags benötigt werden, sollten sie hier geparkt werden.Bei Direktbanken ist vielleicht noch ein halbes Prozent an Verzinsung möglich, Filialbanken bietet – wenn überhaupt – nur geringfügig über 0%.
Einige Institute bezahlen für Neukunden höhere Zinsen bezahlen als für Bestandskunden. Wenn Sie regelmäßig die Konditionen der Wettbewerber vergleichen kann dies – bei größeren Anlagebeträgen – einen Renditevorteil bieten. Erfahrungsgemäß machen dies die meisten Anleger nicht.
Analog zum Sparbuch3 Punkte
FestgeldFestgeld hat eine Laufzeit von einem bis zu 120 Monaten. Empfehlenswert sind allerdings nur Anlagen bis zu 36 Monaten zur mittelfristigen Geldanlage. Längere Laufzeiten bieten kaum einen Zinsvorteil. Sollte das Zinsniveau ansteigen, sind sie mit den niedrigeren Konditionen langfristig gebunden.Bei ausländischen Banken erhalten Sie im 12-Monatsbereich durchaus über ein Prozent. Ob Sie für Ihre Kinder bei einer rumänischen oder bulgarischen Bank Geld anlegen möchten müssen Sie selbst beurteilen. Bei deutschen Direktbanken sind z.T. 0,5% in diesem Zeitraum möglich. Filialbanken bieten eher Zinsen zwischen 0,05% und 0,25%.Analog zum Sparbuch2 Punkte
Aktien(fonds)Mit Aktien beteiligen Sie sich direkt an börsennotierten Unternehmen. Da das Kursrisiko bei einzelnen Aktien sehr hoch sein kann, empfehle ich zur Risikostreuung die Anlage in einem Fonds.Die langfristige Renditeerwartung liegt bei ca. 6 bis 7%. Bei einem Anlagehorizont von über zehn Jahren Geldanlage gibt es keine bessere Anlageform.Wertschwankungen von bis zu 50% können kurz- und mittelfristig im Extremfall geschehen – nach oben wie nach unten. Im Konkursfall einer Bank fallen die Wertpapiere nicht in die Insolvenzmasse sondern stehen direkt dem Kunden zu.5 Punkte
ImmobilienImmobilien sind aufgrund ihres Wertes und schwierigen Liquidierbarkeit nicht für die Geldanlage von Kindern geeignet. Hinzu kommt, dass mit dem Besitz von Immobilien auch Verpflichtungen einhergehen, z.B. die Durchführung von Renovierungen, Kosten für Hausverwaltung und Rechtsberatung. Hierfür ist z.T. die Zustimmung des Vormundschaftsgerichts notwendig.Dies hängt stark vom Zustand und der Lage des Objekts ab und kann pauschal nicht beantwortet werden. Unterhalb von drei Prozent Mietrendite lohnt sich jedoch der Aufwand nicht.Durch das aktuell hohe Preisniveau können hier – gerade in schlechten Lagen – deutliche Wertverluste entstehen.1 Punkt
EdelmetalleEdelmetalle sind in den letzten Jahren wieder in Mode gekommen. Ich empfehle sie höchsten als Beimischung. Edelmetalle werfen keinen Ertrag (Zins, Dividende oder Miete) ab. Gerade bei kleinen Einheiten (z.B. 1-Gramm-Goldbarren) bestehen große Unterschiede beim An- und Verkaufskurs. Manche Edelmetalle unterliegen der Umsatzsteuer (19%). Diese ist bei einem Verkauf auf jeden Fall verloren.Historisch betrachtet (1975 - 2018) 3,8% p.a.Edelmetalle schwanken mitunter stark im Preis, erzielen jedoch im Gegenteil zu Aktien langfristig keine wesentlichen Wertzuwächse. In Krisenzeiten (z.B. Währungs-Crash) werden sie jedoch als „sicherer Hafen“ an Wert zulegen.2 Punkte
BausparverträgeAuch ein Produkt, das im Nullzins-Zeitalter seinen Sinn verloren hat. Bei Kindern sinnlos, da diese kein Darlehen aufnehmen können und damit die Wirkung des Produkts nicht entfaltet wird. Ohnehin könnten Baufinanzierungen direkt am Markt günstig abgeschlossen werden.Knapp über 0%. Die Inflationsrate frisst mehr als der magere Zins abwirft. Davon abgesehen wird in den meisten Fällen obendrein noch die Abschlussgebühr von 1,00% zu zahlen sein.Ähnlich wie bei Sparprodukten, es gilt die gesetzliche Einlagensicherung.1 Punkt

Haben Sie Fragen? Wir beraten Sie gerne!


Kinder Geldanlage

Was ist bei einer Geldanlage für Kinder zu beachten?

Was ist bei der Geldanlage für Kinder sonst noch wichtig?

Sofern Sie für die Ausarbeitung der Anlagestrategie oder in Folge die Auswahl der richtigen Produkte Beratung benötigen empfehle ich, einen Anbieter mit einer neutralen und breiten Produktpalette zu wählen (insb. natürlich an Sparplan-fähigen Produkten). Gerade Filialbanken bieten oftmals nur Produkte der hauseigenen Fondsgesellschaft (z.B. Sparkasse Deka-Fonds, Genossenschaftsbanken Union-Fonds).

Achten Sie auch darauf, dass Sparpläne bereits schon mit geringen Beträgen bespart werden können, hierdurch erreichen Sie eine größere Risikostreuung über die gesamte Anlagesumme. Die Sparrate sollte auch in der Höhe verändert, ausgesetzt oder gestoppt werden können bzw. in unterschiedlichen Intervallen möglich sein. Natürlich sollten auch einmalige Anlagebeträge investierbar sein.

Die Geldanlage für Kinder wird meistens langfristig erfolgen. Trotzdem kann es vorkommen, dass Geld kurzfristig benötigt wird. Die meisten Wertpapiere sind schnell aus dem Depot zu veräußern und der Verkaufserlös findet sich einige Tage später auf dem Konto wieder. Bei Tagesgeldkonten und Sparbüchern ist die Verfügbarkeit täglich möglich. Bei Festgeldern hängt dies von der gewählten Laufzeit ab. Bausparverträge oder Lebensversicherungen sind deutlich schwieriger zu liquidieren.


Soll die Geldanlage auf den Namen des Kindes oder auf den eigenen Namen angelegt werden?

Zunächst unterstellen wir, dass das angelegte Geld dem Kind zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stehen soll. Sobald Sie den Anlagebetrag dem Kind geschenkt haben, ist dieses Eigentümer geworden. Bis zum Zeitpunkt der Volljährigkeit treffen dann die gesetzlichen Vertreter die Anlageentscheidungen für das Kind. Die andere Alternative ist, das Geld auf einem auf Ihren Namen lautenden Konto bzw. Depot anzulegen und dem Kind dann zum gewünschten Zeitpunkt zu schenken.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die wir hier näher betrachten werden.

Geld sofort verschenken und auf den Namen des Kindes anlegen:

Vorteile

  • Bei Schenkungen bestehen Steuer-Freibeträge. Diese liegen bei eigenen Kindern bei EUR 400.000, bei Enkeln bei EUR 200.000 und bei anderen Kindern (z.B. Nichten oder Neffen) nur noch EUR 20.000. Diese Freibeträge können Sie alle zehn Jahre wieder voll nutzen. Sie können innerhalb dieser Freibeträge Vermögen steuerfrei übertragen. Sofern das Kind im Todesfall Erbe wird fällt – bei über die Freibeträge hinausgehenden Beträge – Erbschaftssteuer an. Gerade also bei großem Vermögen sollte das Kapital frühzeitig übertragen werden, um hierdurch später Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer zu sparen.
  • Kinder haben, wie jeder andere auch, einen Einkommensteuerfreibetrag von EUR 9.168, weitere EUR 801 Freibetrag für Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie eine Sonderausgabenpauschale von EUR 36 (Stand 2019). In Summe also einen Freibetrag von EUR 10.005. Wenn Sie, bzw. der gesetzliche Vormund, eine so genannte „Nichtveranlagungsbescheinigung“ („NV-Bescheinigung“) beim Finanzamt einholen und diese bei der Bank vorlegen, wird von den Kapitalerträgen keine Abgeltungsteuer abgezogen. Die NV-Bescheinigung gilt grundsätzlich für drei Jahre und muss ggf. danach neu beantragt werden. Wenn Sie selbst bereits den steuerlichen Freibetrag ausgeschöpft haben, können die Einkünfte durch das Kind trotzdem noch steuerfrei vereinnahmt werden. Aber Achtung: es ist nicht möglich, Geld zur Steuervermeidung auf den Namen des Kindes anzulegen um es sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück zu übertragen! Falls dies gemacht wird handelt es sich um Steuerhinterziehung. Auch beim Anlegen des eigenen Geldes auf eine andere Person kommen Sie mit dem Geldwäschegesetz in Konflikt. Ich rate daher dringend davon ab!

Nachteile

  • Bei einer Schenkung geht das Geld sofort in das Eigentum des Kindes über. Bis zu seiner Volljährigkeit müssen die Eltern bzw. der gesetzliche Vormund das Kapital nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anlegen. Sprich möglichst wenig Risiko bei möglichst hoher Rendite. Wenn Sie die Eltern jedoch für wenig geeignet halten, sich um die Geldanlage zu kümmern, stellt diese Variante ein Problem dar (Man denke an den geschiedenen Ex-Schwiegersohn oder die ungeliebte Schwiegertochter). Eine Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen, ist z.B. eine Lebensversicherung in Form einer „Großeltern-Enkel-Police“. Hieran ist der Schenkende noch zu i.d.R. 1% beteiligt und kann daher über die Anlage bzw. Verfügung entscheiden.
  • Ein weiterer Nachteil könnte entstehen, wenn Ihr Kind oder Enkel später einmal studiert und BAFöG beantragen möchte: wenn diese mehr als EUR 450 (durchschnittliches) monatliches Einkommen haben, ist es nicht mehr möglich, diese staatliche Unterstützung zu beantragen. Möglicherweise ist es in dieser Situation sinnvoll, das Kind direkt monetär zu unterstützen und die Schenkung erst nach dem Abschluss von Ausbildung oder Studium zu übertragen (…ein in vielen Fällen nicht zu unterschätzender Anreiz, auch den erfolgreichen Abschluss zu machen…).

Geld für Kinder anlegen

Bei der Geldanlage für Kinder müssen viele Dinge beachtet werden

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Weitere Tipps in der Geldanlage für Kinder

Eine Geldanlage für Kinder muss sorgfältig abgewägt werden, deshalb hier noch weitere Hinweise:

Kombi-Produkte meiden

Egal für welche Anlageform Sie sich entscheiden, kaufen Sie keine Kombi-Produkte. Banken und Versicherungen kombinieren gerne verschiedene Produkte miteinander. Für den Verbraucher mag es auch den ersten Blick lukrativ sein, mit einem Abschluss gleiche mehrere Lösungen zu erwerben. Erfahrungsgemäß ist dies jedoch nur für den Produkthersteller interessant, da er hierdurch deutlich besser verdient. Für den Kunden ist es hingegen schwierig – wenn nicht sogar unmöglich – Transparenz über die tatsächlichen Kosten zu erhalten, da eben mehrere Produkte ineinander verwurstet sind.

Der Klassiker dafür ist die Kapitallebensversicherung. Geldanlage und Absicherung des Todesfallrisikos (was bei Minderjährigen kompletter Unsinn ist) sind kombiniert. Wer sein Geld anlegen möchte, kauft sich direkt das bevorzugte Anlageprodukt. Wer seine Angehörigen im Falle seines Todes absichern möchte sollte eine Risikolebensversicherung abschließen. Aber nicht beide Produkte ineinander vermengt. Sofern Sie sich für eine Anlage in Aktien entschieden haben: wenn dies auch langfristig die lukrativste Anlageform darstellt, dürfen Sie dieses Investment nicht „blind“ laufen lassen. Überprüfen Sie regelmäßig, ob das ausgewählte Produkt (im Vergleich zu anderen Angeboten) auch die gewünschte Rendite erzielt. Wenn absehbar ist, dass das Kind auf das Kapital zugreifen wird (z.B. Kauf eines Autos), dann muss das Risiko in der Anlage reduziert werden. In diesem Fall bietet sich z.B. an, den gewünschten Betrag aus der Aktienanlage auf das Tagesgeldkonto umzuschichten.

Geld für Anschaffungen nur kurzfristig anlegen

Je näher es an die Auszahlphase geht, desto geringer sollte das Risiko werden. Sprechen Sie mit dem Kind über seine finanziellen Pläne, um dies entsprechend einschätzen zu können. Wenn das Kind keinen Einmalbetrag sondern regelmäßige Unterstützung benötigt (z.B. Zuschuss für den Lebensunterhalt beim Studium), bietet sich an, einen Auszahlplan (…das Gegenteil vom Ansparplan…) abzuschließen.

Immobilien sind für Kinder nicht geeignet

Sie sind Besitzer von vermieteten Immobilien und wollen Kind oder Enkel finanziell unterstützen, möchten aber nicht gleich Haus oder Wohnung verschenken? Anstatt selbst die Miete zu vereinnahmen und zu versteuern (womöglich mit dem Höchssteuersatz), sollten Sie die Erträge mittels Nießbrauch auf den Nachwuchs übertragen. Da dieser wahrscheinlich aufgrund des geringen Einkommens keine oder nur sehr geringe Steuern bezahlt, sparen Sie hierdurch bares Geld.

Seien Sie vorsichtig

Vorsicht ist geboten, wenn die Produkte kreative Namen wie „Biene Maja Versicherung“ oder „Micky Maus Sparplan“ tragen. Zumeist taugen diese weniger als vergleichbare Lösungen ohne Fantasiebezeichnungen. Das „Mäusekonto“ der Hamburger Sparkasse klingt mitten satten 3,00% verführerisch – allerdings nur für die geringe Summe von 500 Euro. Für Beträge darüber werden gerade mal 0,03% an Guthabenzinsen bezahlt.  Das „Hipp Mein Baby Sparbuch“ der Commerzbank bietet immerhin 0,55% bis 10.000 Euro – aber nur für kleine Kinder bis zu drei Jahren. Diese Liste lässt sich beliebig erweitern – seien Sie also vorsichtig! Auch hier gilt der Grundsatz: Keep it simple – je einfacher und transparenter, desto besser.


Und wie soll ich nun das Geld anlegen?

Vorausgesetzt, Sie bringen eine entsprechende Risikotragfähigkeit und -bereitschaft mit: empfehlenswert sind preisgünstige “ETFs” (“Exchange Trated Funds”). Diese Produkte versuchen zu 100% einen bestimmten Index, z.B. den DAX30 (die 30 größten deutschen Aktien), abzubilden. Bewährt hat sich eine Anlage im Index “MSCI World”, der rund 1.600 große internationale Aktien umfasst. ETFs können sowohl als Sparplan oder auch als Einmalanlage gekauft werden, z.B. in Form einer bequemen Vermögensverwaltung. Wir arbeiten hier mit verschiedenen Depotbanken zusammen, die eine sehr große Anzahl an Sparplänen (bis über 6.000 Stück) und für Kinder eine i.d.R. kostenfreie Konto- und Depotführung anbieten.

Für kleinere Guthaben oder Gelder, die kurzfristig wieder verwendet werden sollen raten wir zu Tages- oder Festgeldangeboten. Bei größeren Anlagesummen können auch Edelmetalle beigemischt werden, z.B. mittels eines Gold- und Silber-Sparplans.

Bei Fragen beraten wir Sie gerne!

Gold – soll ich jetzt noch kaufen?

Edelmetalle

Edelmetalle sind zur Risikoabsicherung gut geeignet

Lohnt sich noch ein Kauf von Gold?

Der Preis für eine Feinunze Gold hat sich in den letzten zwölf Monaten um gut 25% auf über US Dollar 1.500 verteuert. Der Kurs hat damit ein 6-Jahres-Hoch erreicht. Auch andere Edelmetalle wie Silber stiegen zuletzt stark im Kurs an. Viele Anleger stellen sich die Frage, ob Sie jetzt noch Gold kaufen sollen. Als Gründe für den Kursanstieg nennen Experten die schlechteren Konjunkturaussichten und auch internationale Spannungen, wie die US-Zölle. Auch schon in der Vergangenheit zeigten sich unsichere Phasen als Kurstreiber für das Edelmetall. Dies lässt sich z.B. in der Finanzkrise 2008 oder bei den Spannungen zwischen den USA und Nordkorea ableiten.

Niedrige Zinsen erhöhen Nachfrage

Die US-Notenbank „FED“ schloss zuletzt weitere Zinssenkungen nicht mehr aus. Dies sorgte für eine starke Nachfrage für Gold. Sinkende Zinsen in den USA machen Anlagen in US Dollar uninteressanter. Vor 18 Monaten mussten EUR 1,25 für einen US Dollar bezahlt werden, aktuell kostet er nur noch EUR 1,10. Genau das Gegenteil gilt für den ebenfalls in Dollar gehandelten Goldkurs, der durch die Schwäche der Währung an Attraktivität gewinnt. Fällt der Kurs der US-Währung steigt die Nachfrage nach Gold zumeist an.

Soll Gold jetzt noch gekauft werden?

Gold hat den Vorteil, dass es zumeist eine unterschiedliche Kursentwicklung zu anderen Anlageklassen hat, im Banken-Deutsch auch „negative Korrelation“ genannt. Gerade in Krisenzeiten gilt es als sicherer Hafen und steigt dann an, so wie in den letzten Monaten. Es gehört deshalb – Zusammen mit anderen Edelmetallen – als Beimischung in jede gute Vermögensstruktur. Die Betonung liegt hier auf Beimischung, mehr als 10% des Gesamtvermögens in Edelmetallen zu investieren ist nicht sinnvoll. Ein Teil davon sollte als Vorsorge für akute Krisensituation auch sicher zuhause verwahrt werden.

Edelmetalle als Versicherung für Krisenszenarien

Wir vergleichen Edelmetalle gerne mit einer Versicherung. Sie kaufen Barren oder Münzen vor dem Hintergrund, dass Krisen an den Finanzmärkten auftreten könnten. Tritt dieses Ereignis ein, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Kurs der Edelmetalle steigt. Im Umkehrschluss verzichten Sie auf Erträge aus der Anlage, wie z.B. Zinsen oder Dividenden. Dieser Verzicht ist quasi eine Versicherungsprämie.

Zum Vergleich: Wenn Sie eine Risikolebensversicherung abschließen, versichern Sie Ihr Leben. Sie bezahlen Prämien an die Versicherung, im Falle Ihres Todes erhalten Ihre Angehörigen die Versicherungssumme ausbezahlt. Falls Sie nicht sterben, sind die Prämien verloren, aber Sie selbst sind Ihrer Familie – rein betriebswirtschaftlich gesehen – als Einkommensquelle erhalten geblieben.

Edelmetalle dienen hingegen als Versicherung gegenüber großen wirtschaftlichen Krisen. Natürlich sind noch viele andere Faktoren für die Kursentwicklung verantwortlich, wie z.B. die Nachfrage der Industrie oder die Entwicklung von neuen, kostengünstigeren Fördertechniken.

Mythos Gold

Um Gold ranken sich unzählige Mythen, die mitunter ihre Berechtigung haben, z.T. aber auch eher ins Reich der Sagen gehören. Fakt ist, dass der Preis pro Goldunze seit Beginn der 2000er Jahre von unter 400 US Dollar bis 2012 auf über 1.800 US Dollar anstieg, wozu natürlich die Finanzkrise 2008 ihren deutlichen Beitrag geleistet hat. Daran ist der Vorteil in Krisenzeiten abzulesen. In den Jahren bis 2015 ging der Kurs jedoch auf 1.050 US Dollar zurück. Aktuell (22.08.2019) notiert er bei 1.500 US Dollar. Dies zeigt, dass Einmalanlagen auch mitunter heftig an Wert verlieren können. Anleger sollten daher auch prüfen, ob Sie nicht besser regelmäßig in Form eines Sparplans kaufen. Steigt der Kurs an, sind sie bereits mit kleineren Beträgen investiert. Fällt der Kurs können die folgenden Raten günstiger nachgekauft werden.

Zu beachten ist dabei, dass Gold in US Dollar notiert und dessen Wertentwicklung auch Einfluss auf den Stand Ihres Goldinvestments hat. Wobei auch ergänzt werden muss, dass bei einem schwachen Dollarkurs Goldkäufe durchaus zunehmen und der Goldpreis hierdurch steigt.

Jetzt noch Gold kaufen

Viele Anleger fragen sich, ob Sie jetzt noch Gold kaufen sollen.

Unterschiedliche Formen für den Goldkauf

Für den Erwerb von Goldbarren oder -münzen stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

Physischer Kauf von Gold

Der Klassiker ist der direkte Erwerb von Gold, das zuhause (hoffentlich) sicher im Tresor verwahrt wird. Diese Variante bietet den großen Vorteil, dass der Eigentümer direkten Zugriff auf das Edelmetall hat. In Krisenzeiten, in den womöglich kein Zugriff auf ein Bankschließfach geschweige denn Wertpapiere in einem Edelmetalldepot möglich ist, steht hier die direkte Verwendung frei. Nachteilig ist das erhöhte Sicherheitsrisiko.

Ein weiterer Vorteil ist, dass bei Verkauf von physischem Gold (also Münzen oder Barren) nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Monaten keine Abgeltungsteuer anfällt. Mehrwertsteuer fällt beim Kauf von physischem Gold ebenfalls nicht an, sofern dieses einen sehr hohen Reinheitsgrad aufweist. Bei Wertpapieren auf Gold (z.B. Goldfonds oder –zertfikate, Goldminenaktien) fällt zumeist die Abgeltungsteuer an.

Verwahrung im Sicherlager

Als Alternative zur direkten Verwahrung stellt ist Gold in einem Sicherlager zu kaufen und auch dort verwahren zu lassen. Dieses kann in Deutschland liegen. Aus Gründen der geopolitischen Risikostreuung bieten sich aber die Verwahrung im Ausland an, die Schweiz oder Kanada sind hierfür gut geeignet. Die Sicherheit ist natürlich ungleich höher als zuhause, wofür allerdings auch zusätzliche Kosten entstehen. Edelmetallbestände aus Sicherlagern können auch ausgeliefert werden.

Verwahrung im Depot

Eine der preisgünstigsten Varianten um Gold zu kaufen führt über die Börse. Hierfür bietet sich z.B. das „Xetra-Gold“ an, ein Produkt der Deutschen Börse AG in Form einer Inhaberschuldverschreibung. Dies ist eine effiziente Form des Gold-Investments, die Sie einfach über die Handelsplattform Xetra, dem Computerhandel der Deutschen Börse, kaufen können. Die Liquidität ist sehr hoch, Transaktionen können i.d.R. sofort durchgeführt werden. Der Kurs entspricht im Wesentlichen dem tatsächlichen Goldpreis, hier allerdings bezogen auf ein Gramm und notiert in Euro. Eine beliebte Alternative ist das “Euwax-Gold” der Börse Stuttgart.

Zwischen An- und Verkaufskurs liegt nur eine geringe Spanne (i.d.R. 0,1% bis 1,0%) und Sie bezahlen die Wertpapier-Kaufgebühren Ihrer Bank und ggf. deren Depotgebühren. Management- oder Verwaltungskosten seitens der Börse fallen nicht an. Die Börse kauft mit dem Erlös der Emission physisches Gold und hinterlegt dieses im Tresor einer Tochtergesellschaft in Frankfurt. Aktuell sind dort über 160 Tonnen Gold gelagert. Sie haben einen Auslieferungsanspruch des Goldes gegen die Börse, wofür allerdings Gebühren anfallen. Seit 2007 sind über 900 Auslieferungen mit insgesamt über 4 Tonnen erfolgt.

Ob dieser Auslieferungsanspruch in Krisenzeiten Bestand hat ist dahingestellt. Wer einfach vom steigenden Goldpreis profitieren möchte findet in dieser Anlageform eine preisgünstige Alternative. Der direkte Zugriff auf physisches Gold ist jedoch nur eingeschränkt möglich. Als Alternative zum Bankdepot bietet sich auch ein reines Edelmetalldepot bei einem Spezialisten an.

Steuerliche Regelung umstritten

Strittig ist bei Xetra-Gold noch die Anwendung der Abgeltungsteuer. Nach jüngster Rechtssprechung des Bundesfinanzhofs stellt dieses Produkt keine Finanzforderung, sondern einen Anspruch auf Auslieferung des Goldes dar. Daher kann Xetra-Gold – in steuerlicher Hinsicht – mit physischem Gold gleichgesetzt werden, weshalb keine Abgeltungsteuer beim Verkauf nach mindestens zwölf Monaten Haltedauer anfällt. Es ist allerdings noch offen, ob dies von der Finanzverwaltung dauerhaft für alle Anleger akzeptiert wird oder nur für Einzelfälle gilt. Manche Banken ziehen daher auch bei einem Verkauf nach zwölf Monaten die Abgeltungsteuer ab, andere tun dies nicht. Erkundigen Sie sich daher vor dem Kauf von Xetra-Gold bei Ihrer Bank über deren steuerliche Handhabung. Ggf. können Sie dann noch auf eine andere Bank ausweichen.

Auf Stückelung beim Kauf von Gold achten

Sofern Sie sich für den Kauf von physischem Gold entscheiden gibt es auch hier verschiedene Möglichkeiten, z.B. den Kauf über ein Edelmetalldepot. Sie kaufen hier Barren oder Münzen, diese werden jedoch nicht ausgeliefert, sondern in ein Depot eingebucht. Diese Variante können Sie bei Banken, aber auch Edelmetallhändlern, in Anspruch nehmen. Dafür bezahlen Sie die mit der Verwahrstelle vereinbarte Depotgebühr. Bei Bedarf können Sie sich die Edelmetalle ausliefern lassen, wofür jedoch – zumeist nicht unerhebliche – Gebühren anfallen. Eine weitere Möglichkeit ist eben die Verwahrung der Edelmetalle in einem Sicherheitslager, z.B. in der Schweiz oder in Kanada.

Edelmetalle sicher kaufen

Edelmetalle sollten Sie sich kaufen

Die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs beträgt bei einem 1-Kilogramm-Goldbarren ca. 2%, bei einem 100-Gramm-Barren schon 3% und bei einem 1-Gramm-Barren fast 20 %! Bei einem Krügerrand (eine Unze) betragen die Kosten momentan 4%, bei der 1/10 Unze des Krügerrands hingegen schon über 12%.  Sie sehen, je kleiner die Münzen und Barren sind, umso höher ist die Vertriebsmarge.

Für uns sind diese Mini-Varianten reine Marketinggags, in einer Vermögensanlage haben sie nichts verloren. Es mag nett sein, diese als Geschenk übergeben zu können, allerdings sind dies auch sehr teure Geschenke, denn die Vertriebsmarge ist für Sie nach dem Kauf gleich als Verlust anzusehen. Wir raten auch davon ab, Edelmetalle in größerem Umfang ausliefern zu lassen. Zum einen entstehen hierfür wiederum Gebühren, zum anderen entsteht damit ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko. Zuhause aufbewahrt können Barren und Münzen verloren oder auch gestohlen werden. Gerade in letzter Zeit stieg die Zahl der Einbrüche an.

Fazit

Zur Risikostreuung können Gold oder andere Edelmetalle mit 5% (maximal 10%) in Ihrer Vermögensstrategie beigemischt werden. Dies allerdings nur, wenn Sie einen langfristigen Anlagehorizont (mindestens zehn Jahre) haben und diesen Teil Ihres Vermögens nicht für den Lebensunterhalt oder für Anschaffungen benötigen. Die Frage, ob der sich der zuletzt starke Anstieg des Goldpreises langfristig fortsetzt lässt sich nicht seriös beantworten. Wir empfehlen deshalb auch Sparpläne (in entsprechender Höhe) für Goldkäufe zu nutzen. Bei einem weiteren Preisanstieg sind Anleger gleich mit von der Partie, bei Rücksetzern wird ratierlich günstiger nachgekauft. Wenn Sie einmalig Gold kaufen möchten bieten sich Edelmetalldepots oder Sicherlager an.

Bei Fragen rund um Investments in Gold oder andere Edelmetalle sind wir gerne für Sie da!

Haben Sie Fragen? Wir beraten Sie gerne – nehmen Sie mit uns Kontakt auf.